Lustige Furz-Namen aus aller Welt
Jede Sprache der Erde hat ein Wort für Blähungen — und die meisten haben mehrere. Die kreative Energie, die Menschen in die Benennung dieses universellen Phänomens investiert haben, zeugt von seiner Allgegenwärtigkeit und seinem Status als reichhaltige Quelle sprachlichen Spiels. Vom Förmlichen bis zum Lächerlichen, vom Lautmalerischen zum Euphemistischen: Furz-Vokabular ist ein überraschend ergiebiges Fenster darin, wie Kulturen die Kluft zwischen dem Körper und der höflichen Fiktion seiner Abwesenheit verhandeln.
Deutsch: direkt, bildreich und regionsbewusst
Das Deutsche ist beim Thema Furz ungewohnt direkt. 'Furz' selbst ist vom althochdeutschen 'furzen' abgeleitet und hat klare Kognate in anderen germanischen Sprachen. Umgangssprachlich sagt man 'einen fahren lassen' (angenehm automobil konnotiert), 'einen streichen lassen', 'einen ziehen lassen' oder schlicht 'pupsen' — das bevorzugte Kinderwort, zart und onomatopoetisch. Regional gibt es 'Fürze' im Norden, 'Pups' und 'Blähung' im Süden und Österreich. Das medizinische Wort ist 'Flatulenz'. In Bayern sagt man gelegentlich 'Schwoader' oder 'Schwaad'. Im Ruhrgebiet ist 'einen Fürzen' oder 'einen pupen' gängig. Das Österreichische hat 'furzen', 'scheißen' und 'pupsen', letzteres als Kinderausdruck bevorzugt. 'Windi' findet sich in der österreichischen Kindersprache, während die Deutschschweiz 'fuusle' oder 'furzen' kennt.
Europäische Lautmalerei und regionale Kreativität
Englisch 'fart' ist altenglisch und hat Verwandte in allen germanischen Sprachen. Das höflichere englische 'trump' war bis ins 20. Jahrhundert die Standardbezeichnung auf der Straße (Francis Grose, 1785) — lange vor seinen berühmteren modernen Assoziationen. Französisch hat 'pet' (förmlich), 'vesse' (lautlos und besonders malodorös) und das kindgerechte, lautmalerische 'prout'. Italienisch kennt 'peto' (förmlich, aus dem Lateinischen), 'scoreggia' (umgangssprachlich) und das kindliche 'puzzetta' (kleines Stinkerlein). Spanisch hat 'pedo' (universal verstanden, in Mexiko auch Slang für 'betrunken'), 'ventosidad' (medizinisch) und regionale Begriffe wie 'cuesco'. Skandinavisch ist bemerkenswert einheitlich: Schwedisch, Norwegisch und Dänisch sagen alle 'fis' — lautmalerisch auf ihre eigene nordische, schnörkellose Art.
Globale Kreativität: Von der Euphemie zur Poesie
Japanisch hat mehrere Register: 'onara' (おなら) ist der höfliche Standardterm; 'he' (屁) klinischer. Koreanisch sagt 'bang-gwi' (방귀) — wörtlich 'Raumwind', mit einer angenehm architektonischen Qualität. Mandarin-Chinesisch verwendet 'fàng pì' (放屁), wörtlich 'Gas lassen', aber 'fàng pì' ist auch eine geläufige Ausrufung für 'Unsinn!' — eine Doppelbedeutung, die in Auseinandersetzungen köstlich mehrdeutig nutzbar ist. Arabisch hat 'darrāt' (دراط) mit regionalen Varianten in der arabischen Welt. Brasilianisches Portugiesisch hat das kindliche 'pum' (herrlich lautmalerisch), während Erwachsene 'peido' sagen. Suaheli verwendet 'shuruto' oder 'pumzi ya matumboni' — wörtlich 'Bauchatem'. Russisch sagt 'pёrdeti' (пердеть) für das Verb und 'pёrd' für das Substantiv — klar verwandt mit den germanischen Formen.
Die Linguistik des Tabus: Warum so viele Wörter?
Die Explosion des Vokabulars rund um Blähungen ist ein klassisches Beispiel für das, was Linguisten 'lexikalische Proliferation rund um Tabuthemen' nennen. Wenn ein Konzept gleichzeitig universell und gesellschaftlich verboten ist, neigt die Sprache dazu, Euphemismen, Dysphemismen und Spezialregister zu entwickeln, um den Widerspruch zu bewältigen. Die Soziolinguistin Ruth Wajnryb dokumentierte in ihrer Studie 'Expletive Deleted' (2005), dass Tabuthemen in jeder Sprache konsequent die reichsten Synonymmengen erzeugen. Furz-Vokabular zeigt auch starke onomatopoetische Tendenzen über nicht verwandte Sprachen hinweg — 'prout', 'pum', 'pieru', 'fis' — was darauf hindeutet, dass Klangsymbolik bei der Bildung dieser Begriffe eine echte Rolle spielt. Dieses sprachübergreifende Muster ist bemerkenswert, da es selten ist: Die meisten menschlichen Konzepte zeigen keine systematische Klangsymbolik über Sprachfamilien hinweg.
Wusstest du?
- Englisch 'trump' war vom 16. Jahrhundert an verbreitetes Slangwort für Blähungen — hunderte Jahre bevor es andere Assoziationen bekam.
- Im Mandarin-Chinesischen bedeutet 'fàng pì' (放屁) sowohl 'furzen' als auch 'Unsinn!' — in Streitgesprächen mit amüsanter Mehrdeutigkeit einsetzbar.
- Das deutsche Wort 'furzen' ist althochdeutschen Ursprungs und hat direkte Verwandte in Englisch, Niederländisch und den anderen germanischen Sprachen.
- Finnisch 'pieru' und Norwegisch 'fis' haben beide eine ausgeprägt onomatopoetische Qualität und spiegeln die sprachübergreifende Tendenz wider, Fürze nach ihrem Klang zu benennen.
Fun Fact
Der etymologische Eintrag für 'fart' im Oxford English Dictionary von 2003 verfolgt das Wort bis mindestens ins 13. Jahrhundert im geschriebenen Englisch zurück und macht es zu einem der ältesten kontinuierlich verwendeten Wörter der englischen Sprache — es ist älter als viele 'höfliche' lateinische Wörter und hat zahllose modische Synonyme überlebt.
Quellen
- Wajnryb, R. (2005). Expletive Deleted: A Good Look at Bad Language. Free Press.
- Grose, F. (1785). A Classical Dictionary of the Vulgar Tongue. London.
- Ammer, C. (1997). The American Heritage Dictionary of Idioms. Houghton Mifflin.
- Allan, K. & Burridge, K. (2006). Forbidden Words: Taboo and the Censoring of Language. Cambridge University Press.