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Wale furzen: Gaswolken unter Wasser

Wale sind die größten Tiere, die je auf der Erde gelebt haben — und entsprechend monumental sind ihre Körperfunktionen. Walpups, wie Forscher die Blähungen von Walen nennen, wurden erst in den letzten Jahrzehnten systematisch dokumentiert. Drohnenaufnahmen zeigen riesige Gaswolken, die aus dem Wasser steigen — und Meeresbiologen haben begonnen, diese Entlassungen wissenschaftlich zu analysieren. Was sie darin gefunden haben, ist überraschend aufschlussreich.

Wie furzen Wale überhaupt?

Wale sind Säugetiere und verdauen Nahrung grundsätzlich ähnlich wie Landtiere — mit einem wichtigen Unterschied: Der Verdauungstrakt eines Wals ist riesig. Bartenwale wie der Blauwal filtern täglich bis zu 4 Tonnen kleiner Krebstiere (Krill) und Fische. Zahnwale wie Delfine und Orcas verdauen ganze Fische und Tintenfische. In beiden Fällen fermentieren Darmbakterien unverdaute Reste und produzieren Gase. Das Gas wird anal abgegeben — wie bei Landtieren. Über die Wasseroberfläche sieht man es als Blasencluster, die beim Auftauchen sichtbar werden. Manche Forscher haben Walfurze erstmals bei der Verfolgung von Walen mit Drohnen dokumentiert — die Gaswolke ist unmissverständlich.

Was ist in einem Walfurz?

2017 analysierte ein australisches Forscherteam unter Joe Roman (University of Vermont) erstmals Proben von Walfurzen, die mit Drohnen aus der Atemluft (Blas) und Gasproben aus dem Wasser gesammelt wurden. Die Ergebnisse überraschten: Walfurze enthalten Bakterienkulturen, Hormone, DNA und Fettsäuren — eine Fundgrube für Forscher, die Walgesundheit non-invasiv untersuchen wollen. Das Gasgemisch selbst enthält Methan, Kohlendioxid und Wasserstoff — ähnlich wie bei anderen Säugetieren. Die schiere Menge ist aufgrund der Körpergröße enorm, aber Wale fressen auch vergleichsweise simple, leicht verdauliche Nahrung (Krill), was die Gasproduktion pro Kilogramm Körpermasse relativ niedrig hält.

Wale als Klimaretter? Der Nährstoffkreislauf

Ironischerweise sind Wale keine Klimaschädlinge, obwohl sie Methan produzieren. Im Gegenteil: Wale gelten als wichtige Kohlenstoffspeicher und Förderer der marinen Produktivität. Ein großer Wal speichert über sein Leben bis zu 33 Tonnen CO₂ in seinem Körper — das sinkt beim Tod auf den Meeresgrund. Zudem düngen Wale die Ozeane durch ihre Ausscheidungen (Kot, der reich an Eisen und Stickstoff ist) und fördern so das Phytoplanktonwachstum, das wiederum CO₂ bindet. Berechnungen zeigen, dass die Wiederherstellung globaler Walpopulationen auf vorindustrielle Größen dem Pflanzen von 1,7 Billionen Bäumen in Bezug auf CO₂-Sequestration entspräche. Der Walfurz ist also Teil eines erstaunlich nützlichen Ökosystemdienstes.

Der 'Furz-Drohnen-Ansatz' in der Walforschung

Die sogenannte Snot Bot Methode — entwickelt vom Ocean Alliance in Zusammenarbeit mit dem MIT — nutzt Drohnen, um Proben aus dem Blas (Atemluft) von Walen zu sammeln. Die Drohnen fliegen direkt über dem Wal, wenn er auftaucht, und fangen die Atem- und Gasproben auf Silikonplatten auf. Diese Methode ist deutlich schonender als herkömmliche Biopsiemethoden (Pfeile ins Walfleisch) und liefert Informationen über Hormonlevel, Viren, Bakterien und Stressindikatoren. Die gefundenen Bakterien in den Proben stammten teils aus dem Verdauungstrakt der Wale — was zeigt, dass Atemluft und Darmgase partiell verbunden sind. Die Methode revolutioniert die Walmedicin.

Wusstest du?

Fun Fact

Das Video eines Buckelwals, der eine riesige Unterwasser-Gasblase direkt ins Gesicht eines Tauchers entlässt, wurde 2017 viral und hat Millionen von Aufrufen auf YouTube. Der Taucher — ein Walbiologieforscher — berichtete, es habe sich 'überwältigend' angefühlt und gerochen. Er bezeichnete es als einen der unvergesslichsten Momente seiner Karriere — nicht unbedingt im positiven Sinne.

Quellen

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