Fürze und Stuhltransplantation (FMT)
Bei der Stuhltransplantation wird Stuhl eines gesunden Spenders in den Darm eines Patienten übertragen, um eine ausgewogene Mikrobengemeinschaft wiederaufzubauen - und weil genau diese Mikroben die Darmgase erzeugen, kann die FMT dramatisch verändern, wie und wie viel ein Mensch pupst.
Was ist eine Stuhltransplantation?
Die fäkale Mikrobiota-Transplantation, meist als FMT abgekürzt, ist ein medizinisches Verfahren, bei dem aufbereiteter Stuhl eines sorgfältig untersuchten, gesunden Spenders in den Verdauungstrakt eines Empfängers eingebracht wird. Ziel ist es, den Darm mit einer vielfältigen, ausgewogenen Gemeinschaft aus Bakterien, Archaeen, Pilzen und Viren neu zu besiedeln. Die FMT kann per Darmspiegelung, Einlauf, über eine durch die Nase in Magen oder Dünndarm geführte Sonde oder durch das Schlucken speziell aufbereiteter Kapseln erfolgen, die mitunter scherzhaft "Crapsules" genannt werden. Am besten belegt ist die Behandlung der wiederkehrenden Clostridioides-difficile-Infektion, bei der die Heilungsraten über neunzig Prozent liegen - weit besser als Antibiotika allein. Forscher untersuchen die FMT heute auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Reizdarmsyndrom und Stoffwechselstörungen. Da die übertragenen Mikroben sofort beginnen, unsere Nahrung zu vergären, bietet die FMT einen einzigartigen Einblick, wie das Mikrobiom die Verdauung und damit auch die Entstehung von Blähungen prägt.
Wie Darmbakterien Gas erzeugen
Die meisten Darmgase sind keine verschluckte Luft, sondern ein Nebenprodukt der Gärung. Wenn Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Zucker, die der Dünndarm nicht aufnehmen kann, den Dickdarm erreichen, zerlegen die ansässigen Bakterien sie und setzen Wasserstoff, Kohlendioxid und manchmal Methan frei. Spezialisierte Mikroben, sogenannte Methanogene, verbrauchen Wasserstoff, um Methan zu bilden, während sulfatreduzierende Bakterien die Spuren von Schwefelwasserstoff erzeugen, die für den Geruch nach faulen Eiern verantwortlich sind. Die genaue Zusammensetzung der Arten, die ein Mensch beherbergt, bestimmt, wie viel Gas er bildet, wie schnell und wie es riecht. Wer ein Mikrobiom hat, das reich an Wasserstoffbildnern, aber arm an Wasserstoffverwertern ist, fühlt sich womöglich aufgebläht und pupst häufig. Da die FMT dieses mikrobielle Ökosystem grundlegend ersetzt oder umformt, kann sie das Gleichgewicht zwischen gasbildenden und gasverbrauchenden Organismen verschieben - mal lindert sie übermäßige Blähungen, mal verstärkt sie diese zumindest vorübergehend.
Wie die FMT Blähungen beeinflusst
Viele Patienten, die eine FMT etwa gegen ein Reizdarmsyndrom erhalten, berichten über Veränderungen bei Blähungen, Blähbauch und Winden. Klinische Studien lieferten gemischte, aber spannende Ergebnisse: Manche zeigen deutliche Rückgänge gasbedingter Beschwerden, andere kaum einen Unterschied zum Placebo - was zeigt, wie individuell das Mikrobiom wirklich ist. In den Tagen unmittelbar nach der Übertragung erleben Empfänger mitunter einen Schub an Blähungen, Krämpfen und vermehrten Winden, während sich die neue Gemeinschaft etabliert und auf ungewohnte Weise zu gären beginnt. Das legt sich meist innerhalb von ein bis zwei Wochen. Wenn eine Transplantation anschlägt, bemerken Patienten, dass Stuhl, Verdauung und Gasmuster nach und nach denen des Spenders ähneln. Wissenschaftler erforschen aktiv, ob sorgfältig ausgewählte Spender - oder künftig definierte Mischungen nützlicher Stämme - gezielt eingesetzt werden könnten, um chronische, belastende Blähungen zu beruhigen.
Risiken, Regulierung und Zukunft
Die FMT ist wirkungsvoll, aber nicht ohne Risiko - deshalb sollte sie niemals zu Hause versucht werden. Spenderstuhl muss streng auf Bakterien, Viren und Parasiten untersucht werden; Behörden meldeten seltene, aber schwere Infektionen, darunter mindestens einen Todesfall, die auf unzureichend getestetes Material zurückgingen. Aus diesem Grund überwachen Gesundheitsbehörden wie die US-amerikanische Food and Drug Administration ihren Einsatz streng. Kurzfristige Nebenwirkungen sind häufig Blähungen, Winde, Krämpfe und leichtes Fieber. Für die Zukunft hoffen Forscher, über die Übertragung ganzen Stuhls hinauszugehen - hin zu standardisierten Produkten in Pillenform mit genau definierten Gemeinschaften nützlicher Mikroben, also gewissermaßen "maßgeschneiderten" Bakteriencocktails. Solche Behandlungen könnten eines Tages die Gaschemie des Darms gezielt feinjustieren, Menschen mit quälenden Blähungen Linderung verschaffen und den Ekelfaktor der klassischen FMT der Vergangenheit angehören lassen.
Schon gewusst?
- Die überzeugendsten FMT-Erfolge betreffen die wiederkehrende C.-difficile-Infektion mit Heilungsraten über neunzig Prozent.
- Orale FMT-Kapseln werden von manchen Forschern und Patienten scherzhaft "Crapsules" genannt.
- Deine Darmmikroben können mehrere Liter Gas pro Tag erzeugen, von denen das meiste rückresorbiert und nicht abgegeben wird.
- Nach einer erfolgreichen Transplantation können die Darmbakterien eines Empfängers schon innerhalb von Tagen denen des Spenders ähneln.
Fun Fact
In einem viel diskutierten Fallbericht nahm eine Frau nach einer Stuhltransplantation von einem übergewichtigen Spender rasch an Gewicht zu - ein eindrückliches Beispiel dafür, dass man mit dem Mikrobiom weit mehr als nur die Gase verändern kann.
Quellen
- van Nood, E., Vrieze, A., Nieuwdorp, M. et al. (2013). Duodenal infusion of donor feces for recurrent Clostridium difficile. New England Journal of Medicine, 368(5), 407-415.
- El-Salhy, M., Hatlebakk, J.G., Gilja, O.H. et al. (2020). Efficacy of faecal microbiota transplantation for patients with irritable bowel syndrome in a randomised, double-blind, placebo-controlled study. Gut, 69(5), 859-867.
- National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK). Symptoms & Causes of Gas in the Digestive Tract. U.S. Department of Health and Human Services.
- Feldman, M., Friedman, L.S. & Brandt, L.J. (eds.). Sleisenger and Fordtran's Gastrointestinal and Liver Disease. 11th ed. Elsevier, 2020.
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Mit KI-Unterstützung auf Basis der angegebenen wissenschaftlichen Quellen erstellt. Kein Ersatz für ärztlichen Rat.